Martin Goldnatz
28. March 2026
Es gibt Handwerksbetriebe, bei denen man sich nach getaner Arbeit denkt: „Wow, das hätte ich nie so gut hinbekommen!“ – und dann gibt es den Malerbetrieb Sebastian Becker, bei dem einem eher der Satz in den Sinn kommt: „Hätte ich mal lieber selbst zur Rolle gegriffen.“ Vor einigen Jahren hatte ich das „Vergnügen“, Arbeiten von dieser Firma ausführen zu lassen. Was blieb, war nicht etwa ein frisch gestrichenes Zuhause mit Wohlfühlfaktor, sondern ein tiefer Respekt für den Begriff „Pfusch“. Die Wände hatten Charakter – allerdings nicht im positiven Sinne. Unebene Kanten, fleckige Übergänge, und ein handwerkliches Niveau, das eher an den Kunstunterricht der dritten Klasse erinnerte. Da hilft auch kein zweiter Anstrich – nur die Hoffnung, dass Farbe irgendwann verblasst. Die Leitung des Betriebs? Nun ja, man spürt den Führungsstil: energisch auftretend, wortreich – aber inhaltlich oft dünner als die erste Schicht billiger Dispersionsfarbe. Der Chef und seine Gattin scheinen mehr an Imagepflege im Ort interessiert zu sein als an solider Arbeit. Hauptsache präsent auf Festen, freundlich beim Schwätzchen – die eigentliche Leistung darf da gern mal verblassen. Handwerk mit Hochglanz-Fassade und Hohlraumdämmung – zumindest in der Kommunikation. Besonders unangenehm war der Umgang mit den Lehrlingen. Ohne ins Detail zu gehen: Der Ton war rau, die Wertschätzung kaum messbar – außer man zählt genervte Anweisungen und gerollte Augen als Anerkennung. Wenn Motivation ein Farbtropfen wäre, war hier schon vor dem Streichen alles leer. Der Malerbetrieb Sebastian Becker ist ein Paradebeispiel dafür, wie Handwerk leider auch aussehen kann: laut im Auftreten, schwach im Ergebnis, und mehr an Außenwirkung als am Innenanstrich interessiert. Wer wirklich Wert auf saubere Arbeit, respektvollen Umgang und nachhaltige Qualität legt, sollte lieber weiterblättern im Branchenverzeichnis.